WikiLeaks

09. Dezember 2010  Archiv, Positionen

„Free Flow of Information“ und WikiLeaks

Wikileaks_logoDie Angriffe auf WikiLeaks und ihren Gründer Julian Assange sind die unsachliche Reaktion der ehemaligen Weltmacht USA, die vom Rest der Welt nichts hält und noch immer glaubt, auf Freunde verzichten zu können. Diese arrogante Haltung wird durch die Reaktion der US-Außenministerin Clinton bestätigt. Sie entschuldigte sich für die Veröffentlichung, aber nicht für die diplomatischen Fehlgriffe ihrer Diplomaten. Frau Clinton geht so weit zu sagen, „es ist nichts Lobenswertes daran, unschuldige Menschen in Gefahr zu bringen, und es ist nichts Mutiges daran, die friedlichen Beziehungen zwischen Nationen zu sabotieren.“ Es ist schon eine Unverfrorenheit, dass die Vertreterin einer Regierung, die weltweit Kriege führt, zulässt das ihre schießwütigen Kampfhubschrauberbesatzungen auf Zivilisten schießen dürfen und eine Regierung die Folter zulässt und verteidigt, hat jegliches Recht verloren moralische Urteile zu fällen. Es ist gut, wenn Wikileaks über die Verbrechen vieler Regierungen, die Kriegsverbrechen der US-Armee, über die verbrecherischen Machenschaften der CIA und die Akzeptanz durch die US-Regierung berichtet.wikileaksbunt

US Regierung verrät Gründungsideale

Nun schreien Politiker auf. „Grenzenlose Offenheit in der Politik sei schädlich. es müsse doch einen vertraulichen Bereich in der Politik geben“. Es sind die Gleichen, die Telefone abhören, Bankkonten ausschnüffeln, Hartz IV Empfänger und – Empfängerrinnen nachspionieren, damit sie auch ja keinen Euro verheimlichen. Selbst vor Mordaufrufen schrecken diese verbrecherischen Politiker nicht zurück, wenn ihre Machenschaften aufgedeckt werden. So hat Tom Flanagan, ein Berater des kanadischen Premierministers im Fernsehen dazu aufgerufen, den WikiLeaksgründer Julian Assange zu ermorden. Bezeichnend für die US Regierung ist, dass sie ihre eigenen Gründungsideale verrät, sobald es ihnen an den Kragen geht. Ihre Doktrin des „Free Flow of Information“ die besagt, dass jedermann das Recht hat, überall und ohne Einschränkung Nachrichten zu sammeln, zu übertragen und zu verbreiten. Das galt solange allein US-Unternehmen die Macht, die Mittel und die Logistik hatten. Nun ist es Julian Assange, der die große amerikanische Tradition, des Kampfes für die Freiheit der Information, aufrecht erhält. Da es sich nun gegen die USA-Administration richtet, wurden dieServer von WikiLeaks gesperrt, die Geldströme gestoppt und Julian Assange kriminalisiert.

Wenn WikiLeaks dazu beiträgt, die Scheinheiligkeit vieler Politiker, die Verbrechen vieler Regierungen aufzudecken, dann kann das für die Demokratie nur förderlich sein. Wenn Politiker damit rechnen müssen, dass ihre Machenschaften auffliegen, werden sie sich vielleicht an ihre eigentliche Aufgabe und ihre Versprechen erinnern.

Einen Leserbrief zum Thema, hat die Ludwigsburger Kreiszeitung und die Stuttgarter Zeitung nicht veröffentlicht. Zum Leserbrief